Mittwoch, 17. Oktober 2012

{gastbeitrag} julia - die katzenflüsterin

hallo ihr lieben,

heute kommen wir zum letzten und vielleicht sogar emotionalsten gastbeitrag :)
die liebe julia - ihr kennt sie schon von divesern shootings, hat für mich einen post geschrieben :)
*hier* , *hier* und *hier* könnt ihr noch mal schauen, wer hinter dem folgenden post steckt.
die julia hat leider (noch) keinen blog, aber warten wir es ab...hihi

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KATZENFLÜSTERN :)

Hallo zusammen!

Ich bin Julia, ihr kennt mich bestimmt von Jules' wunderhübschem Hochzeitsshooting. :) Bei ihrem ersten Paarshooting letztes Jahr durfte ich zusammen mit meinem Schatz auch vor ihre Linse, was mir nach langem Überlegen Anlass gab, auch eine Eos zu kaufen. Ich habe schon immer gerne fotografiert, am allerliebsten Tiere und die Natur. Ich habe mich sehr gefreut, als Jules mich fragte, ob ich einen Gastbeitrag in ihrem Blog schreiben möchte. Klar möchte ich, und deshalb erzähle ich euch heute die Geschichte meines Lieblingsmodels: meiner Katze "Schissi".


Vor etwa 2 Jahren sah ich sie die ersten Male durch den Garten streunern oder auf meiner Motorhaube sitzen. Sie hatte furchtbare Angst vor Menschen. Sobald ich das Fenster öffnete oder jemand sich ihr auf 20 Meter näherte, rannte sie in Panik davon. Daher der Name "Schissi", den ich mir leider nie wieder abgewöhnen konnte. Im Laufe der Monate merkte sie, dass ich sie nicht einfangen wollte und traute sich immer ein wenig näher an das Menschenhaus. Ein Grund dafür war mit Sicherheit auch unsere "Grandma", die wir im Alter von 20 Jahren aus dem Tierheim holten. Die beiden wurden nicht allerbeste Freundinnen, hatten aber auch nichts gegen die Anwesenheit der anderen.


Gerne teilte "Grandma" auch ihr Futter mit "Schissi". So hockten die beiden oft lange auf der Terrasse. Bis ich kam. Dann bekam "Schissi" Angst und ergriff die Flucht. Auf mein Herumfragen bei Nachbarn stellte sich heraus, dass sie ein herrenloser Streuner war und sich von niemandem einfangen ließ. Allmählich verstand ich "Schissi"'s Panik. Was ihr bisher passiert war, bleibt ihr Geheimnis. Tatsache ist, sie hatte wahnsinnige Angst, besonders vor Händen und Füßen.
Ich beschloss, ihr Vertrauen zu gewinnen. Stundenlang harrte ich draußen aus. Manchmal saß ich einfach regungslos da, um ihr zu zeigen, dass ich nicht darauf aus bin, sie zu fangen. Manchmal habe ich sie mit Trockenfutter gelockt und ihr immer wieder eins zugeworfen. Zuerst im Abstand von 5 Metern. Nach ein paar Wochen waren wir bei 30 Zentimetern. :) "Schissi" war inzwischen eine feste Bewohnerin unserer Terrasse (na klar, es gab ja regelmäßig Futter, hihi).


Im Frühling diesen Jahres war es soweit. Ich durfte sie zum ersten Mal streicheln. Zwar hat sie sich noch nicht so richtig getraut, ich durfte sie immer nur ganz kurz anfassen. Aber sie hat geschnurrt, und ich war happy! Inzwischen kam sie auch immer kurz mit in die Wohnung, wenn ich das Futter holte. Und solange dabei niemand ruckartige Bewegungen machte oder ihr zu schnell zu nah kam, war ihre Welt auch in Ordnung.


Inzwischen war "Grandma" gestorben und ich konnte mir für "Schissi" noch mehr Zeit nehmen. Jeden Tag wurde ein bisschen geschmust. Ich wusste, ich muss mit ihr zum Tierarzt. Das war ich dann auch. Aber es war eine Katastrophe. Ganz gemein habe ich sie gepackt und in die Transportbox gesteckt. Und erst beim dritten Mal hat's geklappt. Vorher konnte sie immer ausbüxen. Beim Tierarzt hat sie alles abgeräumt und war panisch wie nie zuvor. Ich habe mich sooo schlecht gefühlt... Ich dachte, das Vertrauen sei nun dahin. Dafür war sie endlich gesund. Entfloht, entwurmt, kastriert. Und das Schönste: Das Vertrauen blieb!


"Schissi" hat ein hübsches Adressen-Halsband bekommen, was sie nicht im Geringsten gestört hat, und die täglichen Schmuse- und Streichelstunden wurden länger und sogar duch lautes Miauen eingefordert. :) Inzwischen blieb sie manchmal sogar für ein paar Stunden in der Wohnung. 



Am 1. September, also vor wenigen Wochen, habe ich "Schissi"'s ganzen Dank bekommen. Für meine Geduld und meine Liebe, die sie bekommen hat. Sie ist auf meinen Schoß gekommen. Hat meine Hand abgeleckt, es sich total gemütlich gemacht, hat meine ausgiebigen Streicheleinheiten genossen und ist schließlich eingeschlafen. So entspannt und angstfrei habe ich sie noch nie gesehen. Und ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr mich das erfüllt hat.




Inzwischen gehört auch das zu unserem Ritual. Nach dem Fressen wird geschmust und auf dem Schoß gekuschelt. Sogar mein Schatz darf sie mittlerweile streicheln. Ich denke, er ist ab und zu ein kleines bisschen eifersüchtig, wenn "Schissi" zu uns aufs Sofa darf und er dann nur "Nr. 2" ist. Aber insgeheim ist er bestimmt auch stolz auf mich. :) 


Mit dieser kleinen Geschichte wollte ich euch zeigen, dass es sich so sehr lohnt, geduldig zu sein und wie schön es ist, sich an kleinen Dingen und kleinen Fortschritten zu freuen. Für mich gibt es keine entspannenderen Momente, als wenn "Schissi" schnurrend in meinem Arm liegt, besonders, wenn ich daran denke, wie viel Angst der kleine Streuner einmal hatte. 




In diesem Sinne wünsche ich euch noch eine entspannte Zeit und vielen Dank für's Lesen! 

---Eine dösende Katze ist das Abbild perfekter Seligkeit (Fleury-Husson)---


Liebe Grüße, Julia

Kommentare:

  1. Hallo Julia,

    mir laufen die Tränen den Backen runter....es ist eine soooo rührende Geschichte.
    Die Aufnahmen von SCHISSI sind so liebevoll u. wunderschön.
    Würde mich freuen, deinen BLOG mal zu besuchen....gib Gas.
    Bis bald...
    LG aus der Pfalz
    Bettina

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  2. Liebe Julia,
    das ist soooo schön geschrieben. Schade, dass du noch keinen Blog hast.
    LG Sabine

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  3. Liebe Julia,
    was für eine tolle Geschichte! Du hast so Recht! Manche Tiere (und manchmal auch Menschen) brauchen echt mehr Zeit, um Vertrauen zu fassen! Schön, dass es dem Maunzer bei dir jetzt so gut geht!!
    Liebe Grüße
    Ute

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  4. Liebe Julia,

    oh da bekommt man richtig Gänsehaut beim Lesen. Danke für Deine schöne Geschichte! Da wird einem wieder mal gezeigt, auf was es doch so ankommt im Alltag.

    Viele liebe Grüße,

    Kathi

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  5. kann mir mal jemand ein taschentuch reichen? *schnüff*
    die geschichte erinnert mich sehr an unseren purzel. ein kater, der eines tages in unsere familie gepurzelt ist. auf einmal war er da und ging nicht wieder weg. außer von uns ließ er sich aber von niemandem anfassen. und wenn er sich dann besonders wohl fühlte, fing er an zu sabbern. :)
    danke für diese rührende geschichte! und weiterhin alles liebe für euch und schissi (der name ist allerdings wirklich strange! *g*),
    die frau s.

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  6. LIebe Julia,

    sehr schöne Fotos...das erste mag ich sehr!!! Saskia ♥

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  7. Wow, dass nenne ich mal eine richtige *Freundschafts* Geschichte. Wirklich total herzig und die Fotos wiederspiegeln das inzwischen grosse Vertrauen.

    LG
    BibiEve

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  8. Herzallerliebst!!
    Liebe Grüsse, Bella

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  9. suuuuuuperschön, ein herzliches Dankeschön an die Gastbloggerin, da ist jetzt mein Herz total aufgegangen, eh klar gell ;-). Der total nervige Arbeitstag ist vergessen bei solch einer rührigen Geschichte, toll geschrieben super Fotos.
    Alles Liebe von Tatjana

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  10. Hallo Julia,

    eine wunderschöne Kennenlerngeschichte, die mir nach dem ganzen Stress heute ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.

    Wir haben auch eine Samtpfote (Panik-Peggy). Die kleine Maus hat sich früher immer nur versteckt, als sie noch bei unseren Schwiegereltern lebte. Der Grund: Zwei andere Katzen (Peggys (damals hieß sie noch Püppi) Frauchen war verstorben und meine Schwiegereltern hatten sie aufgenommen) haben ihr das Leben zur Hölle gemacht. Sie fristete ihr Dasein quasi im Keller oder unter dem Bett. Da habe ich meinem Mann eines Tages vorgeschlagen, Peggy zu uns zu nehmen, in der Hoffnung, dass sie sich irgendwann aus ihrem Schneckenhaus traut...

    Es hat wirklich lange gedauert, bis das Vertrauen aufgebaut war. Lediglich am leeren Napf und am benutzten Katzenklo hat man in den ersten Wochen und Monaten ihre Anwesenheit gemerkt. Aber mit viel Geduld wurde sie schließlich immer zutraulicher. Heute springt sie zu uns aufs Sofa, lässt sich streicheln, kraulen und ausgiebig bürsten. Das war ganz lange Zeit undenkbar. Ihre Panikanfälle hat sie zwar auch noch ab und zu - aber das ist schon viel besser geworden. Nur hochheben darf man sie auf keinen Fall - dann wird sie grantig...

    Ich kann das was du schreibst also nur unterstreichen: Geduld und Liebe machen so viel möglich. :) Und eine schnurrende Katze, die sich an dich schmiegt, ist doch ein wundervoller Lohn für die Mühen.

    Deine Fotos finde ich wunderschön!
    Du solltest wirklich über ein eigenes Blog nachdenken... :)

    Ganz liebe Grüße
    Daniela

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  11. Oje.. was für eine wundervolle Geschichte, da musste ich doch tatsächlich ein Tränchen verdrücken. Mich berühren solche Geschichten immer sehr und du hast das alles mit so viel Liebe geschrieben und die passenden Fotos dazu ausgesucht... Hach, schön.
    Das Geduld sich lohnt, kenne ich auch. Letztes Jahr haben wir unsere kleine Hamsterdame von einer Züchterin geholt und sie war anfangs auch total ängstlich. Aber mit der Zeit wurde sie immer zahmer und nun brauche ich abends nur meinen Arm reinhalten, sie hüpft drauf und möchte raus.. Bemerkenswert, wie viel Liebe und Dank man zurückbekommen kann.
    Du solltest umbedingt mal darüber nachdenken, ob du nicht bloggen möchtest. Du kannst sehr schön schreiben, ich wäre auf jeden Fall Leserin.
    Vielen Dank, dass du mir den Abend versüßt hast..
    Und Jules: tolle Gastblogger hast du zusammengetrommelt. Ich danke dir für deine Worte! Petrol mag ich auch sehr gern. Hast du eigentlich noch deine Rennmaus Pepper? Vielleicht zeigst du ja auch mal wieder was von ihr.. :)

    Liebste Grüße

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  12. wie schön! freut mich für schissi, dass sie so tolle menschen gefunden hat :-)
    liebe grüße, maje

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  13. Mir ging es auch so.. hab Tränen in den Augen! Es freut mich, dass Schissi ein so schönes zu Hause gefunden hat und somit die Vergangenheit ablegen konnte! VlG, Birgit

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